Der kleine Elefant

Eine Geschichte über einen Elefanten, der davon träumt klettern zu können und deswegen von den anderen Elefanten verspottet wird. Doch kurze Zeit darauf trifft der kleine Elefant auf jemand Besonderes…

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Als Hörvariante:

 


 

Es war einmal ein kleiner Elefant, der anders war, als die anderen Elefanten, denn er hatte einen Traum. In ihm lebte das Bedürfnis klettern zu können, wie ein Eichhörnchen. So begann er bereits als kleiner Baby-Elefant an den verschiedensten Plätzen hochzuklettern. Egal ob Bäume, Berge oder Klippen. Eines Tages versuchte der kleine Elefant sogar das Bein des größten Elefanten der ganzen Herde hinaufzuklettern! Dieser gewaltige Elefant war der Anführer der Herde und dieser staunte nicht schlecht, als er plötzlich spürte, wie kleine Elefantenfüßchen, nach und nach, versuchten sein großes schweres Bein, immer weiter und weiter, hinaufzutapsen.

„Was tust du da?“, begann der große Elefant den aufgeregten Kletterer zu fragen.

„Ich klettere! Bis zu dir ganz nach oben!“, antwortete der kleine Elefant unverblümt.

„Höre auf mit diesem Blödsinn! Du bist ein Elefant also benehme dich gefälligst auch so!“, sprach der Anführer sehr deutlich, während er den kleinen Elefanten von seinem Bein abschüttelte.

„Ich weiß doch, dass ich ein Elefant bin und wir eigentlich nicht klettern können… Aber Anführer, warum dürfen wir es denn nicht wenigstens versuchen? Vielleicht schaffen wir es am Ende ja doch, wenn wir es nur oft genug versuchen!“, erwiderte der kleine Elefant neugierig darauf.

„Genug jetzt!“, begann der Anführer ihn nun erbost anzubrüllen. „Lerne dich gefälligst der Herde anzupassen oder wir lassen dich eines Tages einfach zurück! Und nun ist damit Schluss!“

Traurig ging der kleine Elefant vom Anführer weg. Er verstand einfach nicht, wieso der Anführer seinen Wunsch zum Klettern einfach nicht verstehen wollte und stattdessen sogar versucht, sich diesem so massiv in den Weg zu stellen. Immerhin tut der kleine Elefant damit ja nichts Böses und schaden würde er damit auch niemandem. Doch der kleine Elefant dachte gar nicht daran aufzugeben! Jedoch gefiel es den anderen Elefanten ebenfalls nicht, dass er irgendwelchen verrückten Hirngespinsten nachjagt.

„Elefanten können nun mal nicht klettern! Das liegt nun einmal nicht in unserer Natur also lass es bleiben und gib deinen dämlichen Traum endlich auf!“, bekam der kleine Elefant immer wieder von den Anderen zu hören. Dennoch wollte er nicht hören und erwiderte jedes Mal das gleiche darauf:  

„Dann werde ich eben der erste Elefant, der das schafft!“

 

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Bild 1 zur Geschichte „Der kleine Elefant“

Der kleine Elefant wurde schnell zum Gespött, aufgrund seines ach so lächerlichen Traumes. So begannen die anderen Elefantenkinder schon früh damit ihn zu ärgern. An der gemeinsamen Trinkquelle bespritzten sie ihn ständig mit Wasser oder rempelten den kleinen Elefanten sogar an und stießen ihn so hinein. Oft haben sie ihm auch ihre eigenen Missetaten in die Schuhe geschoben, woraufhin der kleine Elefant, nicht nur einmal, großen Ärger mit den erwachsenen Elefanten bekam.

„Achtung, da kommt der Verblödete wieder!“

„Ein Elefant, der das Klettern versucht zu erlernen! Haha! Sowas dämliches habe ich echt noch nie gesehen!“

„Ja, er sollte einfach aus unserer Herde verschwinden! Es würde diesen Idioten eh niemand vermissen!“, waren nur einige der gemeinen Gespräche, mit denen der kleine Elefant von den Anderen konfrontiert wurde. Natürlich fand er in seiner Herde so auch keine Freunde und war stets allein. Einsam wanderte er oft durch die Gegend und überlegte, was er nur tun soll. Er konnte einfach nicht verstehen, warum sich alle weigerten ihn zu verstehen oder warum es so schlimm sei anders zu sein. Hatten die anderen Elefanten denn keine Träume, denen sie gerne nachjagen würden? Sind sie wirklich zufrieden damit, sich einfach nur der Herde anzupassen? War ein Elefant, der einen Traum hat, so schwierig dieser vielleicht auch sein mag, wirklich so lächerlich, wie die anderen es über ihn ständig, behaupten? Der kleine Elefant konnte dies einfach nicht glauben. Er wollte es nicht glauben!

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Bild 2 zur Geschichte „Der kleine Elefant“
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Bild 3 zur Geschichte „Der kleine Elefant“

Eines Tages ging der kleine Elefant zu einem Apfelbaum an einer Klippe. Traurig blickte er hinauf und sah dort einen leckeren saftig aussehen Apfel hängen. Diesen Apfel hätte unser kleiner Elefant nur zu gerne gegessen, doch er hing einfach viel zu hoch! Es schien nur einen einzigen Weg zu geben, an den Apfel heranzukommen und dieser Weg heißt klettern! Entschlossen packte der kleine Elefant sich ein Herz und begann den Baum hochzuklettern! Doch er rutschte immer wieder ab und landete wieder auf den Boden. Er kam nicht mal in die Nähe des Apfels. Es schien aussichtslos! Da hörte der kleine Elefant ein leises Gekicher.

„Du bist doch viel zu grob und schwerfällig, um den Baum hinaufzuklettern! Überlass das Klettern lieber einem Profi wie mir!“, sprach eine Stimme zum kleinen Elefanten. Der kleine Elefant ließ seinen Blick umherschweifen, um das Lebewesen zu finden, den diese Stimme gehört. Da erspähte er etwas, was aus dem Gebüsch gelaufen kam. Es war klein und schnell. Ein kleines Eichhörnchen kam dort herausgelaufen! Zielsicher lief es auf den Baum zu und kletterte problemlos dort hinauf! Der kleine Elefant staunte und blickte neidisch zum Eichhörnchen hinauf. Ein wenig Traurigkeit war sogar in seinem Blick zu sehen, da er sich so sehr wünschte selber so gut klettern zu können.

„Siehst du! Für einen Profi wie mich ist das klettern auf Bäumen überhaupt kein Problem!“, sprach das Eichhörnchen voller Stolz zum Elefanten.

„So sag, wie machst du das kleines Eichhörnchen? Du bist so flink und kletterst den Baum hinauf, als wär es ein Klacks! Kannst du mir nicht beibringen, wie man so gut klettert wie du? Ich würde so gerne genauso gut klettern können wie du!“, erwiderte der kleine Elefant. Das Eichhörnchen schüttelte daraufhin nur mit dem Kopf und sagte:

„Tut mir Leid kleiner Elefant. Ich glaube nicht, dass du jemals klettern können wirst. Ihr Elefanten seid einfach viel zu groß und schwerfällig dazu. Uns Eichhörnchen wird dieses Talent praktisch in die Wiege gelegt! Wir werden klein und flink geboren!“

Der kleine Elefant begann zu seufzen und schaute ganz traurig rein. Das Eichhörnchen schnappte sich daraufhin den Apfel und warf ihn zum Elefanten hinab.

„Hier fang! Der ist für dich! Du wolltest diesen Apfel doch so gerne haben oder?“

„Ja, vielen Dank…“ erwiderte der kleine Elefant mit leiser trauriger Stimme.

„Ach komm schon! Nun schau doch nicht so bedröppelt aus der Wäsche! Wieso möchtest du als Elefant überhaupt klettern können? Das brauchst du doch gar nicht! Sei einfach wie du bist! Du bist ein Elefant und das ist auch gut so! Ich sag dir was. Wenn du es dir so sehr wünschst klettern zu können, warum überlässt du mir das nicht einfach? Ich verspreche dir ich werde von nun an für dich mit klettern! Denn von nun an sind wir Freunde! Du bist für mich groß und stark und ich klettere dafür für dich besonders gut und hoch!“

Der kleine Elefant glaubte seinen Ohren kaum. Immerhin hatte er noch nie zuvor einen richtigen Freund! So wischte er sich eine Träne aus dem Gesicht, schnappte sich seinen Apfel, blickte fröhlich lächelnd zum Eichhörnchen hinauf und antwortete:

„Ok, abgemacht!“

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Am nächsten Tag ging der kleine Elefant erneut zum Apfelbaum, in der Hoffnung, dass sein kleiner Eichhörnchen-Freund ebenfalls da sein wird, damit sie wieder zusammen spielen können. So stand der kleine Elefant mit voller Vorfreude am Baum, doch das kleine Eichhörnchen war nicht da. Der kleine Elefant wartete und schaute sich um. Er blickte links und rechts. Schaute nach oben zum Baum, ob er dort was erspähen könnte und durchsuchte sogar das Gebüsch, jedoch vergebens. Während der Elefant also weiter wartete, versuchte der Elefant erneut den Baum hinaufzuklettern. So stellte er erst einen seiner Vorderbeinchen gegen den großen Baumstamm und dann langsam auch das Zweite. Mit dem Rüssel versuchte der kleine Elefant sich besser am Baum festzuhalten, bevor er dann versuchte eines seiner Hinterbeinchen ein kleines Stückchen weiter nach oben zu setzen. Als er dann noch versuchte das Zweite hintere Bein dazu zu holen, rutschte der kleine Elefant runter und plumpste mit seinem Hintern auf den Boden. Ohne sich davon entmutigen zu lassen, stand der kleine Elefant jedoch sofort wieder auf und versuchte dies erneut. Wieder fiel landete der kleine Elefant auf dem Boden und wieder stand er auf und begann von vorn. Und so verbrachte er die gesamte Wartezeit, bis es schließlich Nacht wurde. Das kleine Eichhörnchen jedoch ist einfach nicht aufgetaucht. Traurig ging der Elefant wieder nach Hause.

Am darauffolgenden Tag ging der kleine Elefant erneut voller Vorfreude zum Apfelbaum und hoffte so sehr seinen kleinen neuen Freund diesmal wieder anzutreffen! Doch erneut war außer dem kleinen Elefanten niemand da. Und so wartete der kleine Elefant erneut, in der Hoffnung, dass das kleine Eichhörnchen noch kommen würde, jedoch leider vergebens. Niemand kam. Und so seufzte der kleine Elefant und ging erneut traurig wieder nach Hause, als es Nacht wurde.

Am dritten Tag ging der kleine Elefant erneut zum Baum und dachte sich, nun müsste das kleine Eichhörnchen doch endlich wieder auftauchen! Und so wartete der kleine Elefant erneut. Nach einigen Stunden raschelte es im Gebüsch. Aufgeregt blickte der kleine Elefant zum Gebüsch, hoffend, dass in jedem Augenblick das kleine Eichhörnchen heraus gelaufen kommen würde! Und da war es. Das kleine Eichhörnchen kam wirklich aus dem Gebüsch gelaufen! Der kleine Elefant freute sich gewaltig und sprang auf und ab und sagte lächelnd:

„Hallo kleines Eichhörnchen, da bist du ja endlich wieder! Wollen wir zusammen spielen?“

Das kleine Eichhörnchen blickte den kleinen Elefanten an und antwortete:

„Nein. Es tut mir Leid aber wir können nicht miteinander spielen! Du und ich, wir können keine Freunde sein! Bitte komm nicht mehr an diesen Ort!“

Daraufhin verschwand das kleine Eichhörnchen wieder im Gebüsch. Der kleine Elefant wollte seinen Ohren nicht trauen. Was hat das kleine Eichhörnchen soeben gesagt? Sie können keine Freunde sein? Aber vor 3 Tagen sagte er doch noch, sie seien von nun an Freunde! Warum sagte das kleine Eichhörnchen nun plötzlich sowas gemeines? War das, was er vor 3 Tagen gesagt hat etwa alles gelogen? Ungläubig blickte der kleine Elefant um sich. Es tat ihm in der Seele weh, diese Worte zu hören, immerhin dachte er, er habe endlich einen richtigen Freund gefunden, der ihn akzeptiert wie er ist und nun stellt sich heraus, dass dieser Freund doch nichts mit ihm zu tun haben will! Traurig ging der kleine Elefant langsam nach Hause und fragte sich:

„Ist es wirklich so falsch, dass ich bin wie ich bin? Warum will niemand mein Freund sein? Warum mag mich niemand? Nur weil ich einen Traum habe? Bin ich deshalb wirklich so anders, als alle anderen?“

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Am nächsten Morgen ging der kleine Elefant, trotz der Worte des kleinen Eichhörnchens am Vortag, erneut zum Baum. Diesmal jedoch nicht in der Hoffnung das kleine Eichhörnchen wiederzusehen, sondern weil er seinen Traum weiter nachjagen wollte! Er blickte zum Baum hoch und sah da diesen saftig aussehenden Apfel hinunter hängen. Er stampfte auf den Baum zu und begann zu klettern! Immer und immer wieder! Doch jedes Mal rutschte er wieder hinunter und kam einfach kein Stück weiter voran. Doch das entmutigte den kleinen Elefanten auch diesmal wieder nicht und so versuchte er es erneut! Und wieder, immer wieder und dachte sich dabei:

„Gut, wenn das kleine Eichhörnchen plötzlich nicht mehr mein Freund sein will, dann werde ich es ihm zeigen und beweisen, dass ich es sehr wohl auch ohne ihn schaffen kann, diesen Baum hinaufzuklettern! Vielleicht bin ich groß und schwerfällig. Vielleicht werde ich niemals so flink und ein so guter Kletterer, wie er, sein. Na und? Ich werde es aber eines Tages schaffen dort an diesen Apfel heranzukommen!“

Und so vergingen Tage, Wochen, sogar Monate und der kleine Elefant kam dem Apfel einfach nicht näher! Doch Aufgeben kam für ihn nicht in Frage! Er würde es solange versuchen, bis er aufhörte zu atmen! Eines Tages kam das kleine Eichhörnchen zum Baum, als der kleine Elefant nicht in Sicht war. Er kletterte den Baum hinauf und setzte sich auf den Ast und blickte traurig hinunter.

„Ach wie gerne würde ich wieder mit dem kleinen Elefanten befreundet sein. Er gibt sich so viel Mühe mit dem Klettern! Wie es ihm wohl geht? Ich mag ihn wirklich sehr. Doch es geht einfach nicht. Ich darf einfach nicht! Das ist nicht fair!“, murmelte das kleine Eichhörnchen in sich hinein.

Plötzlich begann es zu regnen und zu Gewittern! Noch bevor das kleine Eichhörnchen den Baum herunterklettern konnte, schlug ein Blitz neben ihm ein und brachte den Baum zu Fall! Währenddessen war der kleine Elefant auf dem Weg zum Baum um weiter das Klettern zu üben! Vom Regen und Gewitter wollte er sich nicht vom Training abhalten lassen, denn immerhin war es ja sein Traum eines Tages an diesen Apfel heranzukommen! Da sieht der kleine Elefant von Weiten, wie der Blitz einschlug und der Baum in Richtung Klippe umfiel! Der kleine Elefant kam herangelaufen und sah das kleine Eichhörnchen am Ast herab hängen, über der Klippe! Das kleine Eichhörnchen schien schon verloren, da es sich nicht länger festhalten konnte, doch dann lief der kleine Elefant los, umfasste das kleine Eichhörnchen mit seinem Rüssel und zog es hinauf!

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Bild 6 zur Geschichte „Der kleine Elefant“

Nach Luft schnappend, sprach das kleine Eichhörnchen zum kleinen Elefanten:

„Danke… schön… Du hast mir…. das Leben… gerettet!“

Das kleine Eichhörnchen richtete sich auf und blickte in das traurige Gesicht des kleinen Elefanten.

„Aber bitte sage mir, warum hast du das getan? Wieso hast du mir geholfen? Immerhin war ich ziemlich gemein zu dir, als ich dir sagte, dass wir keine Freunde sein könnten.“

Der kleine Elefant blickte ihn mit traurigem Blick an und antwortet mit leiser trauriger Stimme:

„Naja… dafür sind Freunde doch schließlich da…“

Das kleine Eichhörnchen blickte den kleinen Elefanten mit großen Augen an und konnte es nicht fassen, was seine Ohren da gerade vernahmen. Der kleine Elefant bezeichnete ihn, trotz allem was passiert war, noch immer als seinen Freund! Das kleine Eichhörnchen sank daraufhin auf die Knie.

„Freund? Warum bezeichnest du mich noch immer als dein Freund? Nachdem wie gemein ich zu dir war.“

„Nun ja, ich hatte zuvor noch niemals einen Freund gehabt. Niemand wollte jemals mein Freund sein, weil ich eben anders bin als die anderen Elefanten. Immer haben sie mich gehänselt und ausgelacht, weil ich eben meinen Traum vom Klettern habe. Ich wurde immer von allem ausgeschlossen. Niemand wollte etwas mit mir zu tun haben. Doch dann kamst du und gabst mit diesen einen Apfel. Noch niemand war jemals so nett zu mir! Du sagtest ich sei gut so wie ich bin und dass wir von nun an Freunde wären. Ich war überglücklich das zu hören und deine Worte haben mir das Gefühl gegeben, dass es wirklich gut sei wie ich bin!“ antwortete der kleine Elefant darauf.

Das kleine Eichhörnchen brach in Tränen aus.

„Es tut mir so Leid! Wirklich! Ich wollte dir niemals wehtun! Bitte verzeih mir! Ich möchte so gerne dein Freund sein aber es geht einfach nicht! Ich darf nicht! Als ich damals nach Hause gegangen bin, habe ich den anderen Eichhörnchen von dir erzählt und davon dass wir Freunde wären. Sie haben daraufhin angefangen mich zu hänseln und zu verspotten und meinten, dass Eichhörnchen niemals mit Elefanten befreundet sein könnten und wollten mich sogar verstoßen, wenn ich weiterhin mit dir befreundet bleibe! Das hat so wehgetan. Ich konnte einfach nicht anders!“, sprach das Eichhörnchen voller Bedauern und Traurigkeit.

Der kleine Elefant erwiderte daraufhin nur:

„Oh, ich verstehe. Es tut mir Leid. Anscheinend mache ich nun sogar dir nichts als Ärger, weil ich einfach anders bin. Das wollte ich nicht. Bitte verzeih mir. Ich werde auch nicht mehr hier her zurückkommen. Versprochen!“

Mit gesenktem Kopf und traurigen Blick stampfte der kleine Elefant langsam davon.

Das kleine Eichhörnchen begann nachzudenken. Es tat ihm alles furchtbar Leid, vor allem, dass nun der kleine Elefant auch noch sich selbst die Schuld für alles gab. Er könne ja schließlich nichts dafür. So lief er dem kleinen Elefanten hinterher und rief:

„Warte! Kleiner Elefant, bitte warte! Es tat so weh, als sie anfingen mich zu hänseln und zu verspotten. Dabei habe ich gar nicht darüber nachgedacht, dass du diesen Schmerz bereits dein gesamtes Leben lang ertragen musst! Wie machst du das? Wie hältst du das nur aus, trotzdem dir selbst treu zu bleiben, wenn du auch einfach wie die anderen sein könntest, um endlich dazu zu gehören?“

„Nun, ich bin nun mal wie ich bin! Zu versuchen gegen den Strom zu schwimmen, um seine Träume zu verfolgen, auch wenn man dabei vielleicht auf die Nase fällt, ist besser, als seine Träume aufzugeben um mit dem Strom zu schwimmen und zu bereuen es zumindest niemals versucht zu haben, seine Träume zu verwirklichen! Wenn ich meine Träume einfach so aufgeben würde, nur um dazu zu gehören, wär es so als würde ich mein Leben aufgeben. Ein Elefant ohne Träume besitzt keine eigene Persönlichkeit, keine Seele und ist bereits dem Tode näher, als dem Leben!“, antwortete der kleine Elefant entschlossen.

„Keine Seele? Vielleicht gilt das ja auch für uns Eichhörnchen? Ich will aber auch eine eigene Persönlichkeit haben! Ich will eine Seele haben! Ich will…. Träumen dürfen.“, murmelte das kleine Eichhörnchen nachdenklich.

„Ja, ich habe einen Entschluss gefasst!“, rief das kleine Eichhörnchen plötzlich laut. Daraufhin lief das kleine Eichhörnchen zum gefallenen Apfelbaum, kletterte hinauf, schnappte sich einen der übrig gebliebenen Äpfel und brachte ihm zum kleinen Elefanten.

„Ich möchte dein Freund sein! Das was ich damals gesagt habe, war so gemeint, wie ich es gesagt habe! Das war keine Lüge! Es tut mir Leid, dass ich nicht so mutig und stark wie du bin und es nicht geschafft habe mir selbst treu zu bleiben. Aber das möchte ich nun ändern! Diesen Apfel möchte ich dir als Zeichen unserer Freundschaft schenken! Dein Traum ist es klettern zu können? Ich verspreche dir, ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um dir zu helfen, deinen Traum wahr werden zu lassen! Und ich verfolge dabei von nun an meinen eigenen Traum! Und zwar möchte ich genauso stark und mutig wie du werden! Also bitte verzeih mir und lass uns von nun an Freunde sein!“

Der zuvor so traurig reinschauende Blick des kleinen Elefanten verwandelte sich plötzlich in ein breites strahlendes Lächeln.

„Da gibt es gar nichts zu verzeihen! Wir waren doch bereits all die Monate lang Freunde!“, sprach der kleine Elefant voller Begeisterung und griff den Apfel, mit seinem Rüssel und brach diesen in zwei Hälften. Eine Hälfte gab er dem kleinen Eichhörnchen und sprach:

„Ich verspreche dir, so wie du mir hilfst klettern zu können, werde ich versuchen dir zu helfen stark und mutig zu werden!“

Von diesem Tage an waren der kleine Elefant und das kleine Eichhörnchen unzertrennliche Freunde, die alles zusammen teilten und sich bei allen Problemen gegenseitig halfen und natürlich auch eine Menge Spaß zusammen hatten! Im Laufe der Jahre fingen sogar die anderen Elefanten, sowie die anderen Eichhörnchen, an, zu akzeptieren, dass diese beiden, wahrlich gute Freunde geworden sind. Dies brachte sie zum Nachdenken, ob Elefanten und Eichhörnchen vielleicht nicht doch Freunde sein könnten. Immerhin ist es egal, ob Elefant oder Eichhörnchen. Wir alle sind Lebewesen und leben auf demselben Planeten.

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