Das geheimnisvolle Tal aus Schnee und Eis

Eine weihnachtliche Geschichte in der ein junger Mann auf einen seiner Abenteuer begleitet wird. In diesem Abenteuer entdeckt der junge Mann ein geheimnisvolles Tal… Ein geheimnisvolles Tal aus Schnee und Eis, welches von einer imposanten Kreatur bewohnt wird…

Hörvariante:


Vor einer sehr langen Zeit ergab sich ein Ereignis. Ein junger Mann, der gerne auf Reisen ging, entschloss sich eine Reise zur Antarktis zu unternehmen. Zuvor war er schon an vielen Orten gewesen und erlebte viele Abenteuer. So erklomm er hohe steile Berge, durchsegelte das Meer bei den furchtbarsten Stürmen, durchstreifte Dschungel und Wälder voller gefährlicher hungriger Tiere und durchwanderte brennend heiße Wüsten. Stets getrieben von seiner schier grenzenloser Neugier. Er ließ sich von absolut nichts einschüchtern und setzte seinen Weg selbstsicher fort, stets auf der Suche nach dem nächsten großen Abenteuer, welches seine Neugierde endlich stillen könnte.

In der Antarktis angekommen wusste der junge Mann noch gar nicht so genau, wo er überhaupt hin will, doch hatte er so ein Gefühl und folgte diesem, als würde es für ihn zu einer Art Kompass werden. Lange durchstreifte er die Antarktis, sah die Tiere, wie sie dort versuchten zu überleben und schritt weiter voran. Ein warmer langer schwarzer Mantel mit Kapuze hüllte seinen Körper ein. Seine Hände umhüllt von schwarzen dicken Wollhandschuhen und dazu trug er über der Kapuze noch eine warme schwarze Mütze. Schneefeste Stiefel zierten seine in dicken Wollsocken eingehüllten Füße. Die hellere dicke Wollhose war durch den langen Mantel kaum zu sehen.

Schritt für Schritt stiefelte er vorsichtig voran, als plötzlich ein Schneesturm begann. Der eisige Wind, ließ seinen so warm eingehüllten Körper vor Kälte erzittern. So etwas hat er noch niemals zuvor erlebt. Dieser eisige Wind… diese Kälte… Es war… anders, als es normalerweise hätte sein dürfen. Ein seltsames Gefühl zog durchs Mark und Gebein, dennoch ließ er sich nicht davon abhalten weiter voranzuschreiten. Seine Neugierde war einfach zu Übergroß und je eisiger der Wind wurde, desto größer fing seine Neugierde an zu lodern. Diese schien ihm wie automatisiert immer weiter voranzutreiben. Seine Augen stets nach vorne gerichtet, nach etwas bestimmten suchend, doch er wusste nicht was. Immerhin war es lediglich ein Gefühl, dass da irgendwo irgendetwas sein muss… Doch nur was?

Der Schneesturm ließ nicht nach. Je weiter der junge Mann voran schritt, desto stärker wurde er. Mittlerweile wurde dieser sogar so stark, dass der junge Mann sich nur mit aller größten Mühe dagegen stellen konnte. Stellenweise wurde er sogar zurück nach hinten gedrängt, doch ließ er sich davon nicht beirren und kämpfte sich wieder nach vorne, immer tiefer in den eisig tobenden Schneesturm hinein. Seine warme Kleidung schien inzwischen komplett nutzlos geworden zu sein. Für ihn fühlte sich die Kälte an, als ob er überhaupt keine Kleidung anhätte und nackt durch die Antarktis wandern würde. Seine Glieder färbten sich nach und nach blau und er verlor jedes Gefühl. Dennoch nahm er seine Kraft zusammen und setzte einen Fuß nach dem Nächsten vor sich, um diesen gewaltigen eisigen Schneesturm zu bezwingen. In seinem Blick war nicht der geringste Funken Furcht oder Unsicherheit zu sehen, stattdessen funkelten sie starr vor Entschlossenheit tiefer und tiefer in den Schneesturm hinein. Absolut nichts schien ihm von seinen Vorhaben, dieses gewisse „Etwas“, zu finden.

Niemand weiß wie viel Zeit in diesem Schneesturm verging. Der Rückweg schien schon längst verloren. Aufgrund des Schneesturms war nicht mehr zu erkennen, von wo aus der Mann kam und wo es wieder zurückgeht. Doch auch vor ihm war der Weg noch immer unklar und schien niemals zu enden. War der junge Mann etwa dazu verdammt auf ewig in diesem Schneesturm gefangen zu sein? War es das Schicksal des jungen Mannes hier irgendwo im Nirgendwo vor Kälte zusammenzubrechen und langsam aber sicher einen einsamen kalten Tod zu sterben? War seine Neugierde es letzten Endes, die ihm das Leben kostete? Diese Fragen durchstreiften seinen Geist, auch wenn er sich davon nicht entmutigen ließ und noch immer tapfer voranschritt. Allerdings ist es egal, wie entschlossen ein Mann auch sein mag, irgendwann hat ein jeder Körper seine Grenzen erreicht… So auch der des jungen Mannes, aufgrunddessen seine Beine langsamer wurden… Die Schritte unkontrollierter… Der Atem immer unruhiger… Sein Herz raste wie wild, als ob es Himmel und Hölle in Bewegung setzen wolle, um weiterzuschlagen… Der Boden zog am Mann nur so vorbei, jedoch… war dies nicht mehr die Realität. Die Entschlossenheit des jungen Mannes ließ es allerdings nicht zu die Wahrheit zu erkennen, denn in dieser brach der junge Mann unlängst vor Erschöpfung zusammen und bewegte sich seit geraumer Zeit keinen einzigen Millimeter mehr vorwärts…

„Bin ich tot? Ist meine Reise bereits vorbei? Wofür habe ich überhaupt die ganze Zeit gelebt? Was blieb mir von meinen Abenteuerreisen, außer hier in einem Schneesturm jämmerlich zu verkümmern? Es muss doch noch so viel mehr da draußen sein… Noch immer spüre ich diese Neugierde in mir… ich fühle diese Leere in mir… Nein! Noch nicht! Ich kann hier noch nicht verenden! Erst muss ich herausfinden, was ich suche, was meine Neugierde endlich stillt, was diese Leere in mir füllt!“

Mit diesen Worten rammt der junge Mann seine beiden Fäuste mit aller Kraft in den Boden. Sehr langsam, mit kaum sichtbaren Veränderungen, kämpfte er sich nach oben und bewegte sich dabei Stück für Stück stets ein kleines bisschen nach vorne. Wahrscheinlich hätte ihm in diesem Moment selbst eine Schnecke überholt, doch das spielte keine Rolle. Es ging nicht darum schnellstmöglich, soweit wie möglich zu gelangen. Dem jungen Mann ging es einzig und alleine darum zu kämpfen! … Weiterzukämpfen… Nicht aufzugeben… Weiter voranzuschreiten, egal wie klein die Schritte auch sein mögen. Solange er nur in Bewegung bleibt, kommt er irgendwann schon irgendwo an. Davon war er felsenfest überzeugt.

Plötzlich… Ruhe… Der Schneesturm stoppte… oder viel mehr offenbarte er etwas… Als ob er etwas frei lassen würde, was er solange gut in sich versteckt hielt. Der junge Mann keuchte vor Erschöpfung… Langsam hob er seinen Blick vom Boden und war geblendet. Irgendetwas strahlend Helles traf seine Augen. Es dauerte eine Weile, bis diese sich an die strahlende Helligkeit gewöhnten. Langsam blickte er um sich und versuchte herauszufinden, wo er sich befindet und was ihn so strahlend hell blendete. Dann sah er es… Es war Eis… und Schnee, soweit das Auge reicht. Dies sei eigentlich nichts ungewöhnliches, immerhin befand er sich noch immer in der Antarktis, doch dieses Eis und dieser Schnee… Es war irgendwie anders. Leicht sonderbar… Besonders. Als ob eine besondere magische Kraft durch sie hindurchströmen würde. Dann sah er noch etwas anderes… etwas Riesiges… Es schien so groß zu sein, dass er sich nicht vorstellen konnte, wie er es noch nicht bei seiner Ankunft sehen konnte. Es war ein Schloss… Ein Schloss aus Eis… Ein Schloss aus Schnee und Eis, welches in den Himmel ragte! Es funkelte, blitzte und strahlte so unglaublich hell, dass es kein Wunder war, dass seine Augen noch immer durch die Helligkeit schmerzten. Wer lebt bloß in so einem Schloss? Dies wollte er nur zu gerne herausfinden. Seine Neugierde war erneut entfacht und flammte in ihn auf!

Als er es mit all seiner Kraft schaffte sich auf seine Beine zu begeben, ließ er seinen Blick weiter durch das geheimnisvolle Tal schweifen. Er entdeckte Bäume… Pflanzen… und auch Blumen. Jedoch waren all diese keine gewöhnlichen Bäume, Pflanzen und Blumen. Nein… diese waren besonders, denn sie bestanden aus Eis. Aus Schnee und Eis! Der Stamm der Bäume war so kalt und durchsichtig. Es schimmerte bläulich und funkelte dazu fröhlich hell vor sich hin. Genauso taten es auch die Stiele der Pflanzen und Blumen. All diese waren aus reinstem Eis. Die Blätter und Blüten dagegen bestanden aus reinstem weichen Silberschnee. Jedoch war das wirklich kuriose daran, dass diese tatsächlich zu leben schienen, genauso wie die Bäume, Pflanzen und Blumen, die wir kennen!

Total verblüfft stiefelte der junge Mann langsam in diesem Tal herum und ließ seine Hände vorsichtig über die Pflanzen gleiten. Er konnte es einfach nicht glauben, wie diese sich, obwohl sie aus Schnee und Eis bestehen und daher eiskalt waren, wie echte Pflanzen anfühlten. Auch als er seine Hände an einem der Bäume legte kam es ihn, wenn er seine Augen dabei schloss, so vor, als ob er einen ganz normalen Baum berühren würde. So etwas Verrücktes hat er definitiv noch niemals erlebt. Jedoch musste er auch gestehen, dass er so etwas wunderschönes ebenfalls noch niemals zuvor gesehen hat.

Mit langsamen Schritten tastete der junge Mann sich zum Schloss heran. Beeindruckt, fasziniert und mit Ehrfurcht sah er zu, wie das Schloss immer größer, prächtiger und majestätischer zu werden schien, je näher er dem Schloss kam. Das Tor alleine war bereits riesig und viele Meter hoch. Vorsichtig begann er am Tor zu klopfen und spürte dabei wie massiv dieses Tor ist. Ihm wurde klar, dass es unmöglich für ihn alleine sei, dieses gewaltige Tor zu öffnen. Dann fand er einen großen Türklopfer am Tor, welchen er sogleich mit beiden Händen fest umpackte. Es kostete ihm sehr viel Kraft diesen großen schweren Ring hochzuheben und ihn gegen das Tor zu donnern. Das Schloss begann laut zu dröhnen, aufgrund dieses lauten Tons. Alles bebte. Schnee rieselte von oben herunter. Es war beinahe so, als ob das Schloss selber in Wallung geriet und dabei begann auf und abzuspringen. Nach einer Weile knarzte es furchtbar laut und ganz langsam begann sich dieses riesige massive Tor zu öffnen. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis sich das Tor komplett geöffnet hatte. Als der junge Mann daraufhin vorsichtig hineinschritt stellte er zu seiner großen Überraschung fest… Da war niemand! Das Tor hat sich zwar geöffnet, doch es war weit und breit niemand zu sehen, der es hätte öffnen können! Er versuchte das offenstehende Tor etwas genauer zu untersuchen, doch er sah auch keine Seile oder sonstige Mechanismen, über welche man das Tor hätte öffnen können. Da wurde ihm klar, dass er vielleicht nicht hier sein sollte, jedoch war seine Neugierde einfach viel zu groß, um jetzt noch umzudrehen. Also schritt er weiter hinein, während sich das gewaltige Tor hinter ihm langsam wieder schloss…

Auf dem Boden lag ein riesiger Schneeteppich aus, der ebenso majestätisch, wie ein roter Teppich wirkte. Die gewaltigen Eissäulen, die das gigantische Schloss stützten, sahen aus wie riesige Baumstämme. Von der Decke hing ein riesiger Kronleuchter aus Eis herunter, wo sich der junge Mann fragte, wie so ein helles Licht von diesem ausgehen könnte. Der junge Mann begutachtete das Innere des Schlosses aufgeregt und voller Faszination, während er dem großen langen Schneeteppich folgte und auf eine Treppe aus Eis zukam. Diese spaltete sich nach einigen Stufen in zwei unterschiedliche Richtungen und umkreisten eine gewaltige Eisskulptur, die der junge Mann nicht wirklich identifizieren konnte, dennoch beeindruckt von dessen Pracht war. So folgte er den Treppen bis ganz nach oben, wo hinter einem langen großen Flur ein weiteres riesiges Tor auf ihn wartete. Gerade als er an dieses Tor laut klopfen wollte, begann es bereits sich von alleine zu öffnen. Ganz langsam… Stück für Stück… Laut knarzend, das gesamte Schloss durchrüttelnd… Jedoch blieb das Tor bei ungefähr der Hälfte stehen, was bei dieser enormen Größe noch immer eine ganze Menge war. Der junge Mann, von seiner Neugierde erneut gepackt, welche jegliche in ihm aufkeimende Furcht vertrieb, schlüpfte in den Raum hinein und war sprachlos… Vor ihm tat sich ein riesiger Thronsaal auf, mit einem riesigen, gewaltigen und majestätisch wirkenden Thron am Ende des langen Schneeteppichs. Überall waren wunderschöne Verzierungen zu erkennen, egal ob am Thron selbst, den gewaltigen Eissäulen, welche die kaum noch sichtbare Decke stützten oder am vor ihm ausgebreiteten Schneeteppich. Doch das, was ihm wirklich den Atem raubte, war nichts von alldem. Es war etwas anderes… Und zwar das Wesen, welches auf diesem gewaltigen Thron saß, denn dies war ein mindestens 10 Meter großer Riese, blau schimmernd wie Eis, dessen Gesicht von langen spitzen Eiszapfen verziert wurden, welche wohl seinen Bart darstellten. Desweitern hatte er eine lange Mähne aus Schnee und Eis auf seinem Kopf, worauf eine majestätische bläuliche Krone aus Eis thronte. Ein riesiger Umhang, ebenfalls aus Eis, mit lauter wunderschönen Verzierungen, zierte seine majestätische Gestalt. Mit seiner rechten gewaltigen Hand, die so kräftig und riesig wirkte, als dass er damit ein komplettes Haus zerquetschen könnte, umfasste er ein riesiges Zepter aus Eis. Dieses war ebenfalls mit lauter Verzierungen verziert, die diesmal jedoch aus Schnee bestanden und somit etwas hervorstachen. Ein bläulicher durchsichtiger Kristall saß auf der Spitze des Zepters und funkelte vor sich her. Plötzlich ertönte eine tiefe, eisige, furchteinflößende, doch auch majestätische und irgendwie fast schon magische Stimme, die das gesamte Schloss erdröhnen und erbeben ließ!

„Seid Willkommen auf meinem Schloss, Fremder! Mein Name lautet Eisbart und ich bin der Herrscher dieses geheimen Tales! So sage mir, Fremder, was führt Euch zu mir in mein Tal?“

Noch immer verblüfft und leicht sprachlos, blickte der junge Mann an den Riesen, namens Eisbart, hinauf, um zu versuchen sein so weit entferntes Gesicht zu erkennen. Doch nach einer kurzen Weile wandelte sich diese Sprachlosigkeit in extreme Neugierde, woraufhin er zum Riesen sprach:

„Seid gegrüßt, Eisbart! Mein Name lautet Kymani! Verzeiht bitte die Störung, doch ich bin ein wandernder Abenteurer, stets auf der Suche nach dem Ungewöhnlichen, um meine schier endlose Neugierde zu stillen! Plötzlich tauchte dieser enorme Schneesturm auf. Ich dachte ich müsse sterben. Doch dann tat sich dieses wundersame und ebenso wunderschöne Tal vor meinen Augen auf. Meine Neugierde trieb mich dann in Euer Schloss hinein, auf der Suche nach Antworten, was dies für ein wundersamer Ort sei! Verehrter Eisbart, würdet Ihr mir erlauben mehr über euch, dieses Schloss und dieses Tal zu erfahren?“

„Hohohoho! So dies ist also euer Begehr? Ich sehe tatsächlich sehr große Neugier in euren Augen, doch ebenfalls genauso tiefe Aufrichtigkeit und großen Mut! Nun denn, falls Ihr es Euch wünscht, erlaube ich Euch für eine Weile hier im Schloss zu bleiben, um Eure Neugier zu stillen!“

 Daraufhin blieb der junge Mann für eine ganze Weil dort im Schloss. Er lernte viel von Eisbart. So lehrte Eisbart ihm, was es mit diesem Schneesturm auf sich hat. Wie es dazu kommt, dass die Bäume, Pflanzen und Blumen alle aus Schnee und Eis bestanden und wieso Eisbart selber ebenfalls aus demselben Material zu bestehen scheint. So führte Eisbart den jungen neugierigen Abenteurer eines Tages in den Keller hinab. Am Ende der langen eisigen Treppen befand sich ein kleiner Raum, mit einem riesigen Tor, welches auf mehreren Arten verschlossen war. Eisbart öffnete die Schlösser und stieß das riesige schwere massive Tor mit nur einer Hand langsam auf. Dahinter befand sich ein riesiges Kellergewölbe, welches das gesamte Tal aushöhlte. Ein grelles bläuliches Licht blendete den jungen Mann. Gleichzeitig begann es dem jungen Mann so sehr zu frösteln, dass er das Gefühl bekam sofort zu Eis zu erstarren. Allerdings durchströmte dieses seltsame Licht auch eine vertraute Wärme. Eine Wärme, wie es ein Feuer ausstrahlt. Eisbart führte den jungen Mann tiefer in das Gewölbe hinein. Es gab viele Abzweigungen. Das Ganze erinnerte sehr an ein Labyrinth. Dem jungen Mann war bereits klar, dass er sich hier unten alleine auf ewig verlaufen würde. Eisbart hingegen wusste genau, wo es lang ging. Nie überlegte er auch nur eine Sekunde, wohin er als nächstes abbiegen müsste. Die Wände waren wunderschön verziert. Die Verzierungen wirkten, wie Gemälde einer fremden Kultur. Der junge Mann fragte sich, ob diese was zu bedeuten haben. Es schien so, als ob die Verzierungen von einem Geheimnis erzählen würden. Ein Geheimnis, welches stets gut gehütet wurde. Ein Geheimnis, welches über unvorstellbare Kräfte verfügt. Ein Geheimnis, welches nicht in die Außenwelt gelangen darf…

Es verging einiges an Zeit. Minuten… Stunden… Der junge Mann konnte es nicht sagen. Viel zu sehr war er damit beschäftigt zum Einen Eisbart nicht aus den Augen zu verlieren und zum Anderen sich fasziniert die endlosen Gänge und wunderschönen Verzierungen anzuschauen. Dann blieb Eisbart plötzlich stehen. Vor ihnen befand sich ein weiteres riesiges Tor, doch dieses schien irgendwie anders zu sein als die Anderen… Als ob dieses Tor etwas Besonderes… etwas Geheimnisvolles… etwas… Magisches behüten würde! Außerdem schien sich dieses Tor auch nicht auf normale Art und Weise öffnen zu lassen. In der Mitte befand sich eine kleine Einkerbung. Eisbart hob sein Zepter, drehte es ein wenig und mit viel Wucht. Rammte er es in diese Einkerbung hinein! Der bläuliche Kristall oben auf dem Zepter, passte wie angegossen in die Kerbung hinein. Eisbart drehte den Zepter ein wenig und plötzlich schien der Kristall auf irgendetwas zu reagieren. Er fing so hell an zu leuchten, dass der junge Mann nicht weiter sehen konnte, da es ihm so sehr blendete. Er hörte nur laute Geräusche… Geräusche, wie sich das Tor zu öffnen schien… Geräusche, die wie das Knistern eines Feuers klangen… Eisbarts laute Schritte waren zu hören, als dieser in den Raum hineinschritt. Der junge Mann war noch immer geblendet und versuchte verzweifelt seine Augen an die Helligkeit zu gewöhnen, als Eisbart zu ihm sprach:

„Wir sind da, Kymani! Dies ist der Ort, an dem die Energiequelle dieses Tales sich befindet! Diese Energiequelle spendet all dem Leben in diesem Tal ihre Lebensenergie! Seien es die Blumen, die Pflanzen, die Bäume oder sogar ich selbst! Wir alle ernähren uns von unserer heiligen Energiequelle! Selbst der Schneesturm, der dieses Tal umgibt, wurde von dieser Energiequelle als schützender Wall erschaffen! Warum oder wie genau diese Energiequelle das tut, weiß leider selbst ich nicht, doch kann ich Euch so viel sagen, dass es mit Magie zu tun hat! Eine Magie, die im Inneren unserer Energiequelle schlummert! Eine Magie, die dafür sorgt, dass hier alles aus Schnee und Eis besteht! Eine Magie, die dieses Schnee und dieses Eis zum Leben erweckt! Das ist diese nie erlöschende heilige Flamme aus Eis!“

Nachdem Eisbart diese Worte sprach, konnte der junge Mann langsam wieder etwas sehen und in der Tat… Vor ihm befand sich auf einem silbernen bläulich schimmernden verzierten gewaltigen Sockel eine riesige, majestätisch und hell leuchtende Flamme aus Eis! Diese Flamme war einerseits so eiskalt, wie es der junge Mann noch niemals zuvor erlebt hatte. Andererseits war diese Flamme glühend heiß und wärmte den jungen Mann auf einer seltsamen Art und Weise. Es fühlte sich an, wie das perfekte Zusammenspiel zwischen Feuer und Eis. Als ob die Eigenschaften beider Elemente zusammen fusionierten und zu etwas größerem… mächtigerem… etwas einzigartigem wurden… „Magie“ erwähnte Eisbart… Dies schien der beste Weg zu sein diese einzigartige und sonderbare Flamme zu beschreiben, dachte sich der junge Mann. Zum ersten Mal fühlte der junge Mann sich, als ob er es gefunden hätte… Den Grund für seine Reise… Das was ihm all die Jahre antrieb weiter voranzuschreiten… Er schien am Ziel angekommen… So dachte er in dem Moment zumindest…

„Kymani, mein Freund hör mir nun gut zu! Die Wahrheit, die du all diese Jahre suchtest… Der Grund für deine Reise… Blicke in die heilige Eisflamme! Blicke in den schneeweißen Kern dieser und erkenne es! Erkenne deine eigene Wahrheit! Erkenne, was wirklich zählt! Erkenne die Wichtigkeit eines schneereinen Herzes, welches sich um die Menschen um sich herum sorgt! Sie wärmt und in richtigen Momenten auch kühlt! Neugierde und Abenteuerlust sind eine schöne Sache und haben dir sicherlich viele schöne Erfahrungen gebracht, doch was nützt einem all diese Erfahrung, wenn man niemanden hat, an dem man diese weitergeben kann? Wenn man niemanden hat, dem man die erlebten Dinge lehren kann? Erkenne deine eigene Wahrheit, mein Freund und handle im Interesse dessen, denn nur dann handelst du ohne zu bereuen!“

In diesem Moment wandte sich Eisbart dem jungen Mann zu und blickte mit seinen strahlend blauen eisigen Augen tief in die des jungen Mannes, als ob er direkt in seine Seele blicken würde. Im Geist des jungen Mannes hallten die Worte Eisbarts immer und immer und immer wieder… Er fing an zu verstehen… Er erwiderte den Blick und seine Sicht erhellte sich und wurde klarer, wie ein Schneesturm, der sich zu legen scheint… Der Schneesturm in seiner Seele, der seit so vielen Jahren in ihm tobt und ihm ruhelos werden ließ… Eisbart begann zu lächeln, hob sein Zepter hoch in die Luft und rammte diesen mit voller Wucht in den Boden, woraufhin sich der Kristall oben auf dem Zepter erneut zu aktivieren schien. Ein hell gleißendes Licht strömte aus dem Kristall heraus. Der Raum erstrahlte in vielen unterschiedlichsten Farben, wie Polarlichter. Diese schienen den jungen Mann zu umhüllen und plötzlich… erwachte der junge Mann an einem anderen Ort… Der Schneesturm hörte auf… Die Sicht war klar… Der Hafen war nicht weit entfernt… Die Kälte, sie verschwand… Wärme machte sich in seinem Herzen breit und wärmte ihn… Wärmte ihn, wie ein hell loderndes Feuer… Dennoch angenehm kühl, wie ein Eis im Sommer… Der junge Mann blickte verwirrt um sich… Er spürte diese Wärme… Er spürte diese Kühle… Er spürte diese Eisflamme in seinem Herzen und erkannte es… Erkannte seine eigene Wahrheit…

„Aber Opa! Das ist doch niemals wirklich passiert!“

„Stimmt! Du veralberst uns doch Opa!“

„Höhöhö! Wer weiß meine Kleinen Enkel… Vielleicht ist diese Geschichte erfunden, doch vielleicht ist sie auch wahr! Höhöhö!“

„Ach Opa! Was soll das denn nun wieder heißen?“

„Ja Opa! Nun sag schon! Ist sie wirklich wahr?“

„Nun… was meint ihr? Vielleicht beantwortet sich diese Frage nur, wenn ihr eure eigene Wahrheit gefunden habt! Höhöhö!“

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