Gris Erinnerungen

Es überkommt mich… Diese Trauer… Diese Ängste… Meine Stimme… Sie… versiegt… verstummt… Die Farben verblassen… Sie verschwinden aus meiner Welt… Meine Welt… Eingehüllt in trostlosem schwarz und weiß… Alles in mir bricht zusammen… bricht auseinander… Scherben meiner Selbst verstreut in meiner Welt… Alles was bleibt… Trauer… Angst… Ich kann nicht mehr… Die Kraft ist versiegt um mich zusammenzuhalten… das auseinander brechen aufzuhalten…. Die Scherben aufzufangen und wieder zusammenzusetzen… Ich fühle mich schwach… Ich will nicht mehr stark sein… Es hat eh keinen Sinn… Es schmerzt… Es schmerzt…

Dennoch… ein Funken Hoffnung fällt herab… begibt sich auf die Reise durch mein durcheinander geratenes Unterbewusstsein… Dieser Funken Hoffnung will einfach nicht aufgeben… Ich spüre dich! … Mein inneres Ich… Ja ich spüre dich… Mein Sonnenkind, welches an der Hoffnung festhält… Du bist besorgt, hmm? Du willst mich trösten, oder? … Ich danke dir… Wirklich… Aber müh dich nicht weiter ab… Es hat keinen Sinn… Es ist vergebens… Schau doch nur! … All die Ruinen… Alles in mir ist zerfallen… auseinander gefallen… zerstört… Meine Stimme, die auch deine ist, ist verstummt… Versuche es gar nicht erst… Siehst du? … Kein Ton erhallt… Es bleibt stumm… So… stumm…

Eine Farbe? … Rot? … woher… Mein Sonnenkind bist du das gewesen? … Hast du die Farbe Rot zurückgebracht und mein Innerstes damit bestrichen? … Lichtblicke der Hoffnung? …. Die willst du alle suchen und zusammenfügen, um mich aus der Einsamkeit… der Trauer… der Dunkelheit herauszuholen? … Das ist lieb gemeint, doch… wozu die Mühe? … Was erwartet uns schon zurück in der Wirklichkeit? … Mehr Trauer… Mehr Ängste… Mehr Schmerz…

GRIS WÜSTE

Schau nur, mein Sonnenkind! … Die Farbe Rot hat nichts gebracht… Eine Wüste… Nichts weiter als eine Wüste hast du erschaffen… Spürst du den heißen Wüstensand unter deinen kleinen Füßchen? … Spürst du, wie der Wüstenwind dir entgegen prescht und dich immer wieder zurückschleudert? … Immer wieder zurück… in Richtung Anfang… wo deine Reise begann… Deine hoffnungslose Suche nach Lichtschimmern in der Dunkelheit… Was meinst du mein Sonnenkind? … Wenn nötig stellst du dich dem Wind mit aller Kraft, deinem ganzen Gewicht entgegen? … Du schaffst das? … Du siehst bereits weitere Hoffnungsschimmer am Horizont? … Ich weiß gar nicht wo mir der Kopf steht… Was denkst du dir nur, mein Sonnenkind? … Was glaubst du damit zu bezwecken? … Schau nur all diese Trostlosigkeit… All diese Trauer… Diese Ängste…

Oh mein Sonnenkind! … Du hast die Farbe Grün zurückgeholt und neues Leben gepinselt! … Dennoch tröstet auch diese Farbe nicht über den Schmerz hinweg… Siehst du? … Deine Stimme… Unsere Stimme… sie ist noch immer verstummt… Aus Grün und Rot entsteht kein Farbenmeer… Ein paar wenige Lichtblicke… Hoffnungsschimmer, vertreiben keine tiefschwarze Finsternis… Schau nur wie sich die Ängste manifestieren! … Siehst du wie riesig dieses Schattenwesen ist? … Spürst du, wie es dich wegpustet? … NEIN! ES HAT KEINEN SINN!!! AHHHHHHHHH!!! DIESER SCHMERZ!!! Es zerreißt mich… Ich halte es nicht länger aus…

BLEIB WEG!!!

BLEIB WEG!!!

Bleib doch einfach weg… bitte… bleib doch einfach… weg… 

 

Tränen entrinnen meinem Augen… Sie tropfen zu Boden hinab… überfluten… ertränken mein Inneres… meine Welt… Oh mein Sonnenkind, was hast du nur getan? … Deine vergebliche Jagd nach Lichtschimmern brachte lediglich die Farbe blau zurück… Die Farbe, die ich vergessen wollte… Ich will nicht mehr weinen! … Ich will nicht mehr von der Trauer… Von dem Schmerz übermannt werden und die Welt in Tränen ertränken… Doch nun hast du die Farbe zurückgebracht… Die Wälder sind überflutet… Die Ruinen im Tränenmeer versunken… Es entrinnt mir… Ich kann es nicht mehr stoppen! … Mach dass es aufhört!

SOFORT!

… Raus mit dir! Du hast schon genug mit deiner jämmerlichen Suche nach Lichtschimmern angerichtet! Sieh es endlich ein! Du kannst der Trauer nicht entkommen! … Den Ängsten davonlaufen! … Die Schatten verfolgen dich… sie verwandeln sich… nehmen jede nur erdenkliche Form an und verfolgen dich… Durch die Tiefen dieses Tränenmeers… Durch die Tiefe.. Schwimme nicht weiter davon… Du kannst dem Schattenwesen nicht entkommen… Es ist schneller als du… Schau doch nur? … Es  hat dich gleich… Gib doch endlich auf… Gib doch einfach endlich auf…

Wie hart muss dein Schildkrötenpanzer nur sein, mein Sonnenkind? … Noch immer läufst du dem Schattenwesen davon… Es biss sich sogar die Zähnen an deinem Schutzpanzer aus! … So stark ist dein Glaube? … So stark ist deine Hoffnung? … So stark… ist dein Wille die fehlenden Lichtschimmer zu finden, um die Schatten, die Finsternis zu vertreiben? … Dafür springst du sogar bis ins Himmelreich und vertauschst Oben und Unten, wenn nötig, sagst du? …

GRIS BROKEN

Die Farbe Gelb durchflutet mein Inneres… Diese grelle Helligkeit… Dennoch ist sie bloß ein blasser Mondesschein… Der Mond blickt stets seicht mit seinem gedämmten Licht herab… Bezeugt die Trauer… die Ängste… die Tränen in den Nächten… Mein einsamer stetiger Begleiter… Ach mein Sonnenkind, glaubst du ernsthaft das blasse Mondeslicht spendet genug Trost? … Glaubst du tatsächlich die Farben lassen mein Inneres in Hoffnung erstrahlen? … Was sagst du? … Deine Stimme soll zurück sein? … Du lässt sie nun ertönen und damit mein Inneres erneut erstrahlen? … Ich… sehe dich… Ich… sehe, wie du deinen Mund öffnest… Töne… Ich… Nein… Die Ängste… Die Trauer… Sie sind einfach zu stark! … Es zerreißt mich! … Es reißt mich wieder einmal in Stücke! … Ich… Da ist keine Stimme die erklingt in der Finsternis… Du hast es versucht, bist jedoch gescheitert mein Sonnenkind… Es ist vorbei… die Trauer… Die Ängste… Sie überwiegen… Die Farben, sie reichen nicht aus… Geb es einfach auf… Du hast dich genug abgemüht… Du hast genug gekämpft und dich gequält… für mich…. Für mich gibt es keine Hoffnung… Nur…

ewige Dunkelheit…

Was sagst du, mein Sonnenkind? … Du hast noch immer nicht genug? … Die Hoffnung macht dich stark? … Wenn die Finsternis dem Licht überwiegt, drehst du die Welt einfach um? … Du stellst sie einfach auf den Kopf? … Aber wie… ?! … Mit deinem Gesang? .. Dein Gesang ist… zurück? … Mein Innerstes erblüht… füllt sich mit neuem Leben… Mit deinem Gesang erschaffst du so viel Leben, bis die Trauer verschwindet? … Ist denn das möglich? … Ich höre dich… Ich höre deine Stimme… deinen Gesang… Dieses Gefühl… Alles dreht sich in mir! … Dieses Gefühlschaos… Es ist als würde mein Innerstes Achterbahn fahren… Ich verstehe nicht…

AHHHH!!!

Nein! Egal wie viele Lichtschimmer du noch findest! Egal wie du meine Welt auf den Kopf stellst… Der Schmerz… Er vergeht nicht! … Er bleibt… Er pocht in meinem Herzen… Er bebt durch meinem Körper… Er vibriert in meinem Geiste… Er frisst mich innerlich auf! … Ich kann nicht loslassen… Ich kann mich nicht von ihm befreien… Ich habe Angst… Es ist so dunkel… Die Farben… verblassen erneut… die Farben werden aufgesogen… aufgesogen von der Finsternis… Das Schattenwesen ist überall… Dem Schattenwesen kann niemand entkommen… Auch du nicht mein Sonnenkind… Es ist ein für alle mal aus…

GRIS SCHATTENMEER

Zerbrochen… versinken meine Einzelteile in der finsteren See… Versinken langsam aber stetig tiefer und tiefer… Umschlungen von Schatten… von Finsternis… Keine Lichtschimmer… Keine Hoffnung… Auch du mein Sonnenkind bist verschlungen… versunken… Ich habe es dir ja gesagt… Es ist hoffnungslos… Ich kann nicht mehr… Ich kann mich nicht dagegen wehren… Ich will mich nicht dagegen wehren… Ich will… ruhe… Ich will… stille… Nichts mehr fühlen… Nichts mehr sehen… Nichts mehr spüren… Vergessen… Vergehen…

Dieser… Klang…

Was nur… ist das für ein… Klang? …

Er… bewegt mich…

Die Scherben meiner selbst…

Sie… tanzen…

Im Einklang zur Melodie…

Doch halt!

Warte!

Mein Sonnenkind… bist du das?

Nein!

Setz mein Bildnis nicht wieder zusammen!

Bitte nicht!

Die Ängste…

Die Schmerzen…

Die Schatten….

Sie kommen….

Sie werden das nicht zulassen…

Verschwinde…

Los, schnell…

Verschwinde von hier!

Hör auf zu singen…

Hör auf!

Sie werden dich kriegen…

Sie sind bereits da…

Sie umschlängeln meine Beine…

Meinem Körper…

Du kannst mich nicht schnell genug zusammensetzen…

Die Schatten sind schneller…

Sie wissen es zu verhindern…

Sie…

… haben dich…

Die Schatten… Die Finsternis… Sie… sie… verschwinden? …

Ich… du… Mein Sonnenkind… Meine Hoffnung… Du… hast es geschafft… Dein Gesang… Da ist er wieder… Dein Gesang! … Er erfüllt mich mit Leben! … Meine Welt! … Mein Inneres… Alles… wird wieder klar! … Die Farben… Sie… sie sind zurück! … Sie umhüllen mein Inneres! … Es ist alles so… farbenfroh! So lebendig! … So.,.. wunderschön…

Hach… mein Sonnenkind… Siehst du die Träne, die meinem Gesicht herunter läuft? … Die Trauer… Der Schmerz… Sie sind noch immer da… Sie vergehen nicht…. niemals… oder? … Doch du… mein Sonnenkind… Du umsorgst mich… Du glaubst an mich… Du wärmst mein Inneres und lässt das Leben in mir stets neu erblühen… Es sei gut so wie es ist? … Die Trauer… sowie auch der Schmerz… Sie gehören zu mir? … Ich soll sie nicht verstoßen? … Ohne Finsternis kann es kein Licht geben… Ich muss die Finsternis zulassen.. willkommen heißen… akzeptieren…

GRIS HOFFNUNG

Ich verstehe… mein Sonnenkind… Ich denke… ich habe verstanden… Ich… danke dir, mein Sonnenkind… Ich… danke dir…

 

 

 

 

 

 


Eine Erzählung inspiriert vom Videospiel Gris, entwickelt von Nomada Studios

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